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Lessing-Gymnasiums Winnenden
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Berufsbörse am 19. Juni 2009

Meine (manchmal auch ungewöhnliche) Berufslaufbahn

Am Freitag, dem 19. Juni, fand am Lessing-Gymnasium zum ersten Mal eine Berufsbörse statt: Praktiker erzählten aus der Praxis, und zwar so, dass sich die Schülerinnen und Schüler darunter etwas vorstellen und ermessen konnten, ob der jeweils vorgestellte Beruf für sie in Frage kommt.

Vom Maschinenbau-Ingenieur über die Journalistin ...
... und die Regisseurin bis zum Offizier der Bundeswehr reichte das Spektrum der vorgestellten Berufe.

Einige der Referenten stellten uns ihren Beitrag elektronisch zur Verfügung:
B. Bienzle: "Lebensmittelchemiker in der Lebensmittelüberwachung" (PDF, 1880 kB)
A. Eckstein: "Lebensmittelchemiker/Lebensmitteltechnologe" (PDF, 5015 kB; MS Powerpoint, 9678 kB)

Weitere Materialien zur Berufsbörse:
Zeitplan: Flyer (PDF, 53 kB)
Kommentiertes Programm: Flyer (PDF, 44 kB)

Christoph Mohr

Winnender Zeitung vom 23. Juni 2009:

Wie wird man Regisseurin und was tut man in dem Beruf? Anna Porzelt berichtet den Jugendlichen. (Bild: Steinemann)

Von unserer Mitarbeiterin Heidrun Gehrke

Winnenden. Software-Entwickler sitzen den ganzen Tag am Schreibtisch, Fotografen erleben nur Spannendes und Mediengestalter zu sein ist cool. Ganz, wie sich viele Schulabgänger die Berufswelt vorstellen, ist sie nicht. Was hinter Berufsbildern steckt, erfahren Schüler am Lessing-Gymnasium bei einer Informationsbörse: Hier erzählen Leute aus der Praxis und geben Tipps für den Berufseinstieg.

Was willst du werden? "Leiter der Betriebsabrechnung" oder "Abteilungsleiter in der Entwicklung". Pfarrer, Journalist oder Offizier – handfeste Berufsbezeichnungen, mit denen man etwas anfangen kann, wie viele Schüler glauben. Bei der Berufsbörse machen sie andere Erfahrungen: Nach genauem Hinhören stellt Alexandra fest, dass sie lediglich eine "vage Vorstellung" davon hatte, was eine Lebensmittelchemikerin tut.

Viele Besuche gehören zum Alltag eines Pfarrers

Auch das Alltagsgeschäft eines Pfarrers haben sich Julia und Luisa anders vorgestellt. "Ich dachte immer, dass man als Theologe nur Pfarrer oder Lehrer werden kann", meint die 18-jährige Julia aus Schwaikheim. Viele denken bei Pfarrern an Sonntagspredigt, Gottesdienst, vielleicht an Beerdigung oder Taufe. Stimmt so nicht, erfahren sie von Pfarrer Tobias Schneider. Seine Hauptaufgabe sei es, Besuche zu machen. "Ich gehe zu Menschen, die krank, allein oder alt sind", klärt er auf.

Mathe und Physik für angehende Fotografen

Auch mancher Traum, vom puren Kreativsein leben zu können, zerplatzt jäh, wenn die fröhliche Dozentin munter plaudernd erzählt, dass ein Fotograf mehr Zeit vor dem Bildschirm mit Grafikprogrammen verbringt als mit seiner Kamera auf der "Pirsch". Manche der 50 Zuhörer staunen außerdem, als sie erfahren, dass sich angehende Fotografen auf ungeregelte Arbeitszeiten einstellen sollten, viel unterwegs sind und dass der Verdienst "nicht so klotzig" ist. Nicht zu vergessen: Ohne Praktika hat man es schwer. "Ich hätte nicht erwartet, dass man als Fotograf so viel Physik und Mathe pauken muss", sagt eine Besucherin hinterher, "Mit meinen Noten hätte ich da wohl ziemliche Probleme.

Persönlichkeit entscheidet mehr als Noten

Noten – auch das hören die Schüler aus erster Hand – sind nicht alles. Für Fotografin Andrea Seitz zählt der Gesamteindruck, auch Auslandsaufenthalte kommen gut an im Lebenslauf – entscheidend sei aber immer die Persönlichkeit. "Du musst die Leute effektiv motivieren können, du musst aus dir rausgehen können."
Schulleiter Hans-Dieter Baumgärtner appelliert an die Schüler, "interessiert zu sein" und etwas zu tun, das ihnen liegt. Wenn man etwas gerne tue, "dann kommt immer etwas Gutes dabei heraus".
Mit der Betonung auf "Spaß" steigt Regisseurin Anna Porzelt ein: Für ihren Beruf ist wichtig, dass man gern gute Geschichten erzählt. Wie auch Fotografin Andrea Seitz hat die Regisseurin ein "volles Haus".
Die 17-jährige Emine sieht ihren Berufsweg "irgendwo im Sozialen". Bei der Erzieherin war sie schon, als nächstes hat sie sich auf ihrem Merkzettel die Diplom-Pädagogin farbig angestrichen. "Ist schon gut hier, man weiß hinterher mehr darüber, wie es für einen weitergeht", sagt sie. Nicht optimal findet sie den späten Termin der Börse: "Zum Bewerben ist's jetzt schon zu spät für die, die dieses Jahr Abschluss machen." Die Elftklässlerin Luisa findet ein Theologiestudium interessant, "aber ich wusste nicht, dass man da so lange studieren muss". Den "letzten Rucker" habe ihr die Berufsbörse zwar nicht gegeben, wohl aber Einblicke, die ihr bisher gefehlt hatten.

Soziales beliebt

  • Buchhalter und Aktienanalyst waren nicht so gefragt wie Fotograf und pädagogische Berufe. Als "Trendberufe" galten Regisseur, Medien- und Grafikdesigner und Fotograf.

  • Nach wie vor beliebt: der soziale Bereich. Allerdings hatte Schulleiter Hans-Dieter Baumgärtner im Bereich Altenpflege mehr Interesse erwartet.

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