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Spitzenerfolg des deutschen Debating-Teams in Katar – Medaille für Lessing-Schülerin

Inka Mössinger, Schülerin der 12. Klasse am LGW, landet in Doha unter den besten nicht-muttersprachlichen Sprechern (8.–19. Februar 2010)

Das deutsche Nationalteam verbrachte diesmal seine Ferien in Doha, der Hauptstadt des Wüstenstaats Katar am persischen Golf. Dort fanden die World Schools Debating Championships (WSDC) 2010 statt. Es traten 57 Teams von allen Kontinenten an und debattierten so brisante Themen wie: Ist militärische Intervention in Somalia sinnvoll? Hat jeder Staat das Recht, Atomwaffen zu besitzen? Sollen Personen, die des Terrorismus verdächtigt werden, vor ein ziviles oder ein Militärgericht gestellt werden?

Das deutsche Team, darunter Inka Mössinger und Katrin Sadroschinski vom Lessing-Gymnasium Winnenden, konnte klare Siege gegen die Slowakei, Estland, Nigeria, Nepal und Katar erringen; gegen die Muttersprachler und Profis aus Australien, die es bis ins Halbfinale schafften, und gegen Hongkong hatten die deutschen Schüler kaum eine Chance. Insgesamt gelangte das deutsche Team mit seinen 5 Siegen in den 8 Vorrunden auf den 24. Platz.

Eine begehrte Trophäe konnten unsere zwei Lessing-Mädchen dennoch stolz mit nach Winnenden nehmen: Inka Mössinger gewann eine Medaille als eine der besten EFL-Sprecherinnen, das sind solche, die Englisch als Fremdsprache lernen. Als weltbeste EFL-Sprecherin wurde Leonie Beyerle vom Landesgymnasium für Hochbegabte (LGH) in Schwäbisch Gmünd mit einem goldenen Falken ausgezeichnet.

Das deutsche Team: Dilek Servinc (Max-Born-Gymnasium Backnang), Coach Jana Gilke (Universität Mannheim), Inka Mössinger (LGW), Leonie Beyerle (LGH Schwäbisch Gmünd), Katrin Sadroschinski (LGW) und Max Stumpp (LGH Schwäbisch Gmünd)

Alle Teilnehmer waren begeistert von der beeindruckenden Veranstaltung in Doha. Während des Aufenthalts im Emirat konnte man das Land bei einer Wüstensafari erkunden, die Araberpferde und Rennkamele der königlichen Familie besichtigen und im typischen Souk oder Basar die wunderbaren Stoffe und exotischen Düfte des Orients genießen.

Die Debatten fanden in den Schulen der Hauptstadt statt. Dies war ein weiteres Highlight, hier stießen Kulturen aufeinander, West und Ost, Okzident und Orient. Anfangs mutete das Bild, das sich in den Schulen bot, schon sonderbar an: Privatschulen, nach Geschlechtern getrennt, die Mädchen in langen schwarzen Kleidern, mit Kopftuch oder Schleiern, die Jungen in langen weißen Gewändern mit roten oder weißen Tüchern und dem Schwarzen Ring mit Troddeln auf dem Kopf. Die Gegensätze verschwanden aber im Nu, überwunden durch die große Offenheit und Freundlichkeit der Gastgeber, die in vielen Gesprächen ihre Welt und Traditionen erklärten. So war die WM nicht nur ein Wettkampf mit Worten, ein "battle of minds", wie die Kataris sagten, sondern eine wunderbare und unendlich bereichernde Begegnung zwischen Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Kulturen.

Inka und Katrin unterwegs in Katar Stolz präsentiert Inka ihre Medaille

"Nach langer akribischer Vorbereitung machten wir uns endlich auf den Weg nach Katar. Da ich zuvor noch nie in einem arabischen Land gewesen war, freute ich mich besonders auf diese Reise, die für uns alle ein unvergessliches Erlebnis werden sollte. Dank der tollen Organisation vor Ort durften wir von Katar und der dort lebenden Bevölkerung viel sehen und erfahren. Dies geschah bei Bootstouren rund um Doha, einer Wüstensafari mit landestypischen Elementen, wie z.B. den traditionellen Gewändern oder auch an den Schulen, an denen die Debatten stattfanden, wo uns die Schüler Tänze vorführten.
Unvergesslich war diese Reise auch, da wir für Deutschland mit insgesamt fünf von acht möglichen Siegen das beste Ergebnis in der bisherigen Geschichte des deutschen Teams erreichen konnten und auch bei den individuellen Sprechern mit Platz 1 und 5 in unserer Wertung einen großen Erfolg erzielen konnten.
Faszinierend war die große Anzahl der teilnehmenden Delegationen, nämlich 57, mit denen wir uns im Laufe der WM anfreundeten und mit denen wir hoffentlich noch lange in Kontakt bleiben werden. Durch die siebenmonatige Vorbereitung entwickelten wir auch im deutschen Team tiefe Freundschaften und waren dadurch ein geschlossenes Team mit einem sehr starken Zusammenhalt.
Alles in allem bin ich stolz darauf, Teil eines so großartigen Teams gewesen zu sein, und dankbar für die Möglichkeit, an diesem einzigartigen Erlebnis teilzunehmen." (Katrin S.)

"Die WSDC 2010 in Doha war für mich ein wunderbares Ereignis, bei dem man alte Freunde von der letzten WSDC in Athen wiedersah, neue Kontakte zu Menschen aus der ganzen Welt knüpfte und in die arabische Kultur eintauchte. Tief beeindruckt hat uns auch die Offenheit und Gastfreundschaft, mit der wir an den Schulen und im ganzen Land aufgenommen wurden. Wir beide, Katrin und ich, als Schülerinnen des LGW im erfolgreichen deutschen Team, zusätzlich dazu mit Leonie zusammen unter den besten Nichtmuttersprachlerinnen zu sein, das war ein Riesenerfolg, das werden wir nie vergessen!" (Inka M.)

Angelika Hoeness

"Debattieren ist überhaupt kein Streberhobby", Interview mit Inka Mößinger (Stuttgarter Nachrichten vom 25.02.2010)

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